Ab wann spricht man von Mobbing?
Mobbing ist ein phasenorientiertes und gruppendynamisches Gewaltphänomen, das sich grundsätzlich nur in Zwangskontexten, also beispielsweise in der Kindergartengruppe, der Schulklasse, dem Sport- oder Musikverein, oder auch dem Arbeitsplatz, entfalten kann.
Um von Mobbing zu sprechen, müssen folgende Fragen geklärt werden?
- Liegt ein Zwangskontext vor?
- Gibt es ein Machtungleichgewicht?
- Steckt Absicht dahinter?
- Kann man von Wiederholung sprechen? und
- ist von einer Hilflosigkeit der betroffenen Person auszugehen?
Dann muss geprüft werden, ob und in welcher Phase sich Mobbing befindet?
- Testphase
- Konsolidierungsphase
- Manifestationsphase
Diese Fragen können aber nicht „außen“ beantwortet werden, weil um Mobbing eine „Schweigemauer“ herrscht, sondern nur in und mit der Gruppe bzw. Klasse oder direkt im Arbeitsumfeld. Daher sind alle Aussagen „Hier wir gemobbt!“ oder auch „Hier gibt es kein Mobbing!“ mit Vorsicht zu genießen, weil erst durch eine professionelle und vor allem systemische Ist-Zustands-Analyse, kann man die Frage „Gibt es in dieser Gruppe oder Klasse Mobbing?“ korrekt beantworten und die passenden Maßnahmen ergreifen.
Weil aber die österreichischen Politiker:innen kaum Interesse an einer professionellen, wirksamen und vor allem unabhängigen Auf- und Bearbeitung des Themas Mobbing – wie auch beispielsweise des Themas sexualisierte Gewalt, patriarchale Gewalt oder auch Radikalisierung – haben, wird auch das Gewaltphänomen Mobbing als „Randthema“ betrachtet.
Allerdings: „Prävention kostet Geld – aber Mobbing kostet Leben, Gesundheit und Zukunft.“
PS: Bei dringenden Anfragen, kontaktieren Sie mich unter info@ebenschweiger.at
Günther Ebenschweiger