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Ich möchte für meine Kinder vorbeugen, weil ich selbst betroffen war?

Um Mobbing vorzubeugen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

Eltern, die Kinder „autoritativ“ erziehen, d.h., autoritative Eltern sind für ihre Kinder zugänglich, emotional warm, lassen ihnen Autonomie innerhalb klar gesetzter Grenzen und setzen diese Grenzen auch konsequent um (Kontrolle).
 
Sie erziehen gern mit Lob und Ermutigung und geben für ihre Grenzsetzung und Anforderungen rationale Argumente, sofern sie von den Kindern nachvollziehbar sind.

Die Einstellung sich autoritativ verhaltender Eltern ist dadurch gekennzeichnet, dass sie ihren Kindern eine hohe Wertschätzung entgegenbringen und „ihre Anforderungen immer wieder, aber nicht nach Zufall und nicht nach Lust und Laune, den neuen Umständen anpassen“, womit auch die Übergangsphase vom Kindes- ins Jugendalter eingeschlossen ist.

Kindorientierung ist als eine grundlegende erzieherische Haltung zu verstehen, die an den allgemeinen entwicklungsbezogenen Bedürfnissen der Kinder ausgerichtet ist und auf den Nachvollzug der kindlichen Perspektive abzielt.

Damit ist keineswegs intendiert, die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder automatisch zu übernehmen!

Die positiven Effekte eines autoritativen Verhaltens von Eltern auf soziale Kompetenzen, Verantwortlichkeit, Selbstständigkeit und Interessiertheit von Kindern wurden in verschiedenen Studien bestätigt!

Eltern können dann ihr Kind, ihre Kinder, vor Mobbing gut schützen, wenn sie die Bereitschaft und die Wahrnehmung haben, emotional verfügbare Bezugspersonen zu sein, sich also die Zeit nehmen, aktiv zuzuhören, bewertungsfreie Fragen zu stellen, ihre Emotionen im Griff haben und anstatt nach Schuldigen, nach Lösungen suchen.

Die größte Angst vor den Eltern haben die Kinder deshalb, weil sie von klein auf, oder über ihre Geschwister gelernt haben, dass ihre Eltern bei unangenehmen Informationen oder Situationen emotional reagieren und dabei gleichzeitig Schritte setzen – wie z.B. die Pädagog:innen, die Schulleiter:innen oder andere Eltern anrufen oder anschreiben und somit beispielsweise die Mobbingsituation „öffentlich“ machen und damit die Souveränität ihres eigenes Kindes im Zwangskontext Kindergartengruppe oder Schulklasse zerstören bzw. die Mobbingsituation für das eigene Kind schlimmer/schlechter (Aussagen der Kinder) machen.

Eltern geben – wie Pädagog:innen übrigens auch – schlechte Rat-Schläge. Sie sagen beispielsweise „Es wird schon wieder!“, „Geh der/dem aus dem Weg!“, „Mach dir nichts draus!“, „Ignoriere das einfach!“, „Wehre dich“ uam. Leider helfen Kindern und Jugendlichen im Zwangskontext (Zwangsgemeinschaft) ab dem Kindergarten diese Rat-Schläge nicht wirklich – wie mir das Kinder bereits ab der 1. Volksschulklasse sagen – sodass sie sich selbst Anpassungs- und Vermeidungsstrategien (Bewältigungsstrategien) (an-)erlernen müssen.

Schlechte Rat-Schläge sind aber auch Vorwürfe, z.B. „Warum sagst du das mir/uns erst jetzt?“, die Situation nicht ernst genug wahrnehmen, wie z.B. „Dazu gehören immer zwei!“ oder „Vertragt euch wieder!“ uam.

Eine Erziehung, die Kinder stärkt, motiviert, ermutigt, sie durch Grenzsetzungen aber auch Frustrations- und Ambiguitätstoleranz, Selbstkontrolle und kognitive wie emotionale Empathiefähigkeit erlernen lässt, es braucht Eltern als emotional verfügbare Bezugspersonen mit aktivem Zuhören und Eltern, die die eigenen Emotionen selbst im Griff haben und nicht über die Kinder „ent-sorgen“ und wenn schon Ratschläge, dann solche, die wirksam sind und auch (nach-)kontrolliert bzw. (nach-)besprochen werden.

PS: Bei dringenden Anfragen, kontaktieren Sie mich unter info@ebenschweiger.at

Günther Ebenschweiger