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Wie gehe ich mit Mobbing-Opfern professionell um?

Eine Frage, die auch mit dem Alter des Kindes bzw. Jugendlichen zu tun hat, weil Mobbing heute schon im Kindergarten beginnt und auch entscheidend ist, in welche Phase sich Mobbing bereits befindet.

Davon betroffene Kinder wenden sich in diesem Alter ziemlich sicher an die Elementarpädagog:innen oder die Eltern, entwickeln aber mangels Sichtbarkeit der Schikanen, mangels aktivem Zuhören, mangels hilfreicher und wirksamer Ratschläge, bereits jetzt Anpassungs- und Vermeidungsstrategien als Bewältigungsstrategien und Eltern erfahren kaum oder zu spät von diesem gruppendynamischen Gewaltphänomen Mobbing.

Das heißt, im Kindergarten geht es darum, der Tochter, dem Sohn bewertungsfreie Fragen zu stellen, wie beispielsweise „Wie geht es dir, wie fühlst du dich?“, Was ist passiert, wann hat das begonnen und wer macht das?“ und eventuell auch „Wie lösen wir das gemeinsam?“

Wenn Sie als Mama/Papa aber bereits jetzt nicht richtig hinhören und die Not des Kindergartenkindes nicht wahrnehmen, erfahren Sie in Zukunft sehr wenig bis gar nichts aus dem Leben ihres Kindes. Gleichzeitig müssen Sie ihre eigenen Emotionen im Griff haben, um ihren Kind durch Schuldzuweisungen und somit das Öffentlichmachen der Situation nicht noch mehr zu schaden.

Konkret rate ich Ihnen daher, sich jeden Abend eine halbe Stunde Zeit zu nehmen, aber sich zumindest einmal die Woche mit dem Kind zusammenzusetzen und selbst als Erwachsene:r als Feedback über Situationen und Gefühle zu reden; dann wird ihre Tochter, ihr Sohn nicht nur über „Tagesepisoden“, sondern Ihnen auch über „Strukturen“ und „Prozesse“ erzählen und mit diesen „Informationen“, sollte es in der Testphase möglich sein, beginnende Mobbingstrukturen zu beenden.

Konsolidierungsphase
In der Konsolidierungsphase wurde aus einer:einem Mobber:in ein Mobber:innen-Gruppe; nach meinen täglichen Erfahrungen sind es etwa 25 Prozent Kinder/Jugendliche einer Klasse.

Jetzt gibt es bereits zwischen ein bis drei Mobbing-Opfer in der Klasse, zumeist wird darüber von den Betroffenen, den Mobber:innen und der gesamten Klasse geschwiegen, weil alle „Angst“ davor haben, dass es für sie noch schlimmer wird, sie Opfer werden, oder bei den Mobber:innen, sie Angst haben, aufgedeckt zu werden.

Jetzt braucht es bereits ein professionelles Training in und mit der Klasse – ein zweitägiges acht- bis zehnstündiges „Achtung-Mobbing!“-Training, das mit einer systemischen Ist-Zustands-Analyse beginnt, um den „Status“ – der Phase – von Mobbing herauszufinden und um anschließend, die universell-, selektiv- oder indiziert-präventiven Maßnahmen zu setzen.

Jetzt können wir gemeinsam als Pädagog:in oder – besser und – als Eltern, besprechen, wie wir professionell dem Opfer, meistens den Opfern helfen, sowohl im gruppendynamischen Prozess, als auch im Einzelsetting.

Manifestationsphase
Wenn die Analyse eine Manifestationsphase ergeben würde, d.h. praktisch die ganze Klasse schikaniert eine oder oft zwei Mitschüler:innen, wäre die Herausnahme des Mobbing-Opfers verpflichtend, weil hier bereits eine hohe Gefahr von Suizidalität besteht.

PS: Bei dringenden Anfragen, kontaktieren Sie mich unter info@ebenschweiger.at

Günther Ebenschweiger