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Wie helfe ich meinem Kind am besten, wenn es von anderen Kindern gehänselt/gemobbt wird?

Zuerst ist es wichtig als Eltern davon zu erfahren, weil Kinder ab dem Kindergarten „gelernt“ haben, selbst Bewältigungsstrategien anzuwenden, weil sie sich von Eltern – und auch von (Elementar-)Pädagog:innen – wenig wirksame Hilfe erwarten.

Das hat damit zu tun, dass Kinder ab der Kindergartengruppe als Zwangskontext (Zwangsgemeinschaft) „lernen“, dass es besser ist, Eltern nichts davon zu erzählen, weil sie – durchaus berechtigterweise – davon ausgehen, dass es dann noch schlimmer/schlechter (Zitat von Kindern) wird.

Sie helfen ihrem Kind am besten, wenn sie es autoritativ erziehen, sich regelmäßig zusammensetzen und aktiv zuhören. Bei Kindern im Kindergarten oder in der Volksschule wäre es am Abend gut oder z.B. wöchentlich als Art „Familienrat“, bei dem Sie selbst beginnen von sich zu erzählen und dann erst das Kind bitten, auch über die letzte Woche zu erzählen, denn dadurch würden Sie eine Struktur oder einen Prozess, wie z.B. Mobbing erkennen können.

Wenn Kinder dann erzählen, werden sie sagen: „Bitte du darfst das aber nicht weitererzählen oder jemanden erzählen!“ weil die Angst, dass Sie als Mama oder Papa das öffentlich machen und es dann für das Kind im Zwangskontext schlimmer/schlechter wird, ist real.

Das heißt, Sie sollten ihrem Kind schon von klein auf zu verstehen geben, dass Sie mit ihren eigenen Emotionen selbst gut fertig werden und an einer gemeinsamen Lösungsstrategie und nicht daran, jemanden die Schuld dafür zu geben, interessiert sind. Wenn Sie so das Vertrauen ihres Kindes an ihre Reaktionsbereitschaft erhöhen, wird es auch bereit sein, mit Ihnen gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

Ein Thema bleibt allerdings immer bestehen: Die Reaktionen der (Elementar-)Pädagog:innen und der Schulleiter:innen. Mangels Wissen über das phasenorientierte und gruppendynamische Gewaltphänomen Mobbing, wird hier vorwiegend falsch und somit zum massiven psychischen Nachteil ihres Kindes gehandelt. Das heißt, Sie müssen als Eltern hier zusätzlich in eine Eltern-Gruppe-Klasse-Schule-Strategie investieren, sonst passiert in der Kindergartengruppe bzw. Schulklasse die zu rasche „Veröffentlichung“ des Themas, das wiederum zu einer „Sekundärviktimisierung“ ihre Kindes führt.

Sekundärviktimisierung meint, dass ein Kind/Jugendliche:r als Opfer durch die falsche Reaktion nochmals Opfer wird und Mobbing zu- statt abnimmt. Ihr Kind wird sich durch diesen „Lernprozess“ noch mehr zurückziehen und während Sie als Mama/Papa und die Pädagog:innen glauben, das Thema gelöst zu haben, hat es die Schule verschlimmert. Die Folge ist, dass ihr Kind – und auch die ganze Klasse – sich hüten wird, wieder davon zu erzählen.

Mobbing ist ein sehr komplexes Gewaltthema, für das man zur theoretischen Fundierung, ausreichende Aus-, Fort- und Weiterbildungen braucht, das nur in und mit der Klasse bewältigt werden kann – und dazu reichen keine drei-/vierstündigen Workshops – und für das man zusätzlich eine persönliche Haltung und eine emphatische, vertrauensvolle und authentische Persönlichkeit mitbringen muss.

PS: Bei dringenden Anfragen, kontaktieren Sie mich unter info@ebenschweiger.at

Günther Ebenschweiger