Wie kann ich mein Kind stärken (wenn bereits Mobbing in der Volksschule passiert)?
Mobbing beginnt oft nicht erst in der Volksschule, sondern Kinder nehmen ihre Erfahrungen aus der Kindergartengruppe in die Volksschule mit.
a) Mobber:innen: Kinder haben bereits in zwei bis drei Kindergartenjahren gelernt, wie sie ihre nicht ausreichend erfüllten psychischen Grundbedürfnisse mit dissozialen Haltungen und Handlungen verbessern können und hier sind es im Zwangskontext Kindergartengruppe bzw. Schulklasse, die Grundbedürfnisse Aufmerksamkeit, Anerkennung, Macht, Spaß und Selbstwirksamkeit die erfüllt werden.
b) „Mobbing-Opfer“: Ich spreche mit den Kindern von „Betroffenen“, muss das aber sehr oft erklären, weil ihnen dieser Begriff unbekannt ist. Auch betroffene Kinder haben in der Kindergartengruppe eine Anpassungs- und Vermeidungsstrategie (Bewältigungsstrategie) erlernt, um im Zwangskontext „überleben“ zu können.
c) Kinder stärken: Das bedeutet, dass ziemlich sicher bereits in der 1. Volksschulklasse Kinder mit Mobbingerfahrungen sowohl als Mobber:in, als auch als Betroffene sitzen. Das zeichnet nicht nur meine tägliche Erfahrung in ganz Österreich nach, sondern auch die neue Studie, die europaweit auf Mobbingerfahrungen zwischen 11 und 15 Prozent hinweist.
d) Wenn also Mobbing in der Volksschule passiert – und davon ist vorwiegend auszugehen – braucht die Klasse eine systemische Mobbing-Prävention und -Intervention im Ausmaß von 2 x 4 oder 3 x 3 Stunden, um den Ist-Zustand der Phasen (Test-, Konsolidierungs-, Manifestations-Phase) mit und über die Kinder bzw. der Klasse zu erheben und dann die passenden Methoden einzusetzen.
Zum Stärken ihres Kindes gilt auch hier, als emotionale Bezugsperson zur Verfügung zu stehen, ein regelmäßiger Austausch mit Kind, Klassenlehrerin und Eltern und die Wahrnehmung über Veränderungen der Gefühlslage des Kindes. Das können immer öfter auftretende Bauch- und Kopfschmerzen sein, Angstzustände, Schlafstörungen, Angst in die Schule zu gehen, Vereinsamung bzw. fehlende soziale Kontakte, weil niemand mehr einer Einladung folgt oder das Kind nicht mehr eingeladen wird.
Leider „übersehen“ viele Eltern solche Veränderungen, weil sie einerseits oft überfordert sind oder sich andererseits zu viel um sich selbst kümmern und so oft Gefühle wie Traurigkeit, Angst, Hilflosigkeit, aber auch Wut übersehen. Ein Mädchen aus einer 3. Klasse Volksschule hat mir dazu gesagt: „Ich fühle mich nutzlos!“
PS: Bei dringenden Anfragen, kontaktieren Sie mich unter info@ebenschweiger.at
Günther Ebenschweiger